Superleague
Wilkommen in Griechenland, Heimat der Götter, erfinder der Demokratie und des sportlichen Wettkampfs. Hier ist es nur den ganz grossen Trainern vergönnt sich in den Ruhmeshallen des Fussballolymps zu verewigen.
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Es geht wieder los
| El Sansi für Griechenland am 19.05.2026, 09:59 | |
Die Sonne brennt bereits über Thessaloniki, die Cafés diskutieren wieder bis tief in die Nacht über Schiedsrichter, Transfers und verlorene Derbys, die griechische Super League ist zurück. Und selten war eine Saison im Vorfeld so offen, so emotional und gleichzeitig so völlig unberechenbar. Ganz oben thront erneut PAOK Saloniki. Der Meister geht als Favorit in die Saison, auch wenn man intern versucht, den Druck kleinzureden. PAOK wirkt stabil, brutal effizient und unangenehm erwachsen. Doch genau das macht viele Fans nervös: in Griechenland liebt man Chaos oft mehr als Kontrolle. Direkt dahinter lauert AEK Athen. AEK wirkt wie eine Mannschaft mit offenem Konto. Zu viele knappe Spiele, zu viele verschenkte Punkte vergangene Saison. Dieses Jahr soll aggressiver und mutiger und werden. Die Qualität ist da. Die Frage bleibt nur: hält die Defensive, wenn die Stimmung im Stadion wieder kocht? Panathinaikos Athen startet traditionell mit riesigen Erwartungen und einem Umfeld, das nach drei Unentschieden bereits die Welt untergehen sieht. Spielerisch gehört Panathinaikos zu den elegantesten Teams der Liga. Doch Eleganz alleine gewinnt keine kalten Auswärtsspiele in Drama oder Ioannina. Europa ist Pflicht, es fehlt aber aktuell noch der richtige Trainer um den Europa Traum zu realisieren, die Fans träumen trotzdem heimlich vom ganz großen Wurf. Dann kommt vielleicht die spannendste Geschichte der Saison: PAS Giannina. PAS hat sich still und leise zu einer echten Gefahr entwickelt. Niemand will dort im Regen spielen. Niemand fährt gerne dorthin. Genau deshalb könnte Europa erneut Realität werden. Auf Platz fünf A.P.S. Zakynthos. Die Insel lebt Fußball wie ein Sommerfest. Emotional, laut, manchmal völlig verrückt. Sollte Zakynthos den positiven Lauf mitnehmen, könnte die Liga ihren neuen Publikumsliebling gefunden haben. OFI Kreta, der Serienmeister, bleibt wie immer schwer einzuschätzen. Zuhause können sie jeden schlagen, auswärts gegen jeden verlieren. Kreta wird brennen, die Fans sowieso. Wenn OFI Konstanz findet, ist sogar die Meisterschaft möglich. Im Mittelfeld wartet Doxa Drama, eine Mannschaft, die sich irgendwo zwischen Kultverein und Dauerbaustelle bewegt. Niemand weiß genau, was passieren wird. Aber genau deshalb schaut ganz Griechenland hin. Doxa kann Achterbahn. Panetolikos F.C. dürfte erneut unbequem werden. Keine Stars, keine großen Schlagzeilen, aber unfassbar zäh. Die Art Mannschaft, gegen die Topteams plötzlich am Sonntagabend bei 35 Grad Punkte liegen lassen. Und dann natürlich Aris Saloniki. Der große Wahnsinn der Saison trägt diesmal orange-schwarz und heißt: Louis van Gaal. Der Tulpengeneral ist in Thessaloniki angekommen. Zwischen Hafen, Rauchbomben und völlig irrationalen Fans soll der Niederländer jetzt Ordnung schaffen. Oder vielleicht explodiert einfach alles spektakulär. Beides scheint möglich. Van Gaal bei Aris fühlt sich an wie eine Idee, die nachts um 3 Uhr entstanden ist und genau deshalb lieben bereits jetzt alle diese Geschichte. Taktik trifft Wahnsinn. Tulpen treffen Pyrotechnik. Griechenland hat wieder geliefert. Am Tabellenende kämpft AE Larisa ums Überleben. Die Vorzeichen wirken schwierig, die Tiefe im Kader fehlt und viele Experten sehen den Klub bereits als ersten Abstiegskandidaten. Doch gerade solche Mannschaften machen die Liga gefährlich. Ein paar Heimsiege, ein verrückter Wintertransfer und plötzlich sieht alles anders aus. Die neue Saison verspricht wieder alles, was griechischen Fußball einzigartig macht: brennende Derbys, Präsidenten mit Mikrofonen, Last-Minute-Tore, Chaos, Leidenschaft und wahrscheinlich mindestens drei nationale Krisen wegen eines Elfmeters.
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