Das Finale
14.04.2026El Sansi
Die Saison 2026-1 in der griechischen Liga liefert ein widersprüchliches, aber hochspannendes Gesamtbild – sportlich intensiv, mit klaren Gewinnern, überraschenden Entwicklungen und einem historischen Pokalsieger.
An der Spitze bestätigt PAOK Saloniki seine Dominanz über die gesamte Saison. Mit 69 Punkten und der besten Mischung aus Offensive und Stabilität sichern sie sich verdient den Titel. Trotz einer Niederlage am letzten Spieltag gegen PAS Giannina (1:4) war die Meisterschaft nie ernsthaft in Gefahr. Entscheidend war die Konstanz über 36 Spieltage hinweg, während die Konkurrenz zu viele Ausrutscher hatte.
Dahinter liefert AEK Athen eine insgesamt starke Saison ab, auch wenn das 0:7-Debakel gegen Panetolikos F.C. am vorletzten Spieltag ein klarer Bruch im Titelrennen war. Genau dieses Spiel steht sinnbildlich für ihre Saison: viel Qualität, aber fehlende Stabilität in entscheidenden Momenten.
Panathinaikos Athen beendet die Saison auf Rang 3, doch der Blick richtet sich weniger auf das Sportliche als auf die Zukunft. Der angekündigte Wechsel auf der Trainerposition markiert einen Umbruch. Die Mannschaft zeigte phasenweise Top-Leistungen, etwa im Derby gegen AEK, ließ aber zu oft Punkte liegen.
Die wohl positivste Überraschung der Saison ist PAS Giannina auf Platz 4. Punktgleich mit Rang 3, aber mit weniger medialer Aufmerksamkeit, spielte das Team eine extrem effiziente Runde und setzte mit dem Sieg gegen den Meister am letzten Spieltag ein starkes Ausrufezeichen.
A.P.S. Zakynthos hingegen erlebt eine zweigeteilte Saison: In der Liga reicht es „nur“ für Platz 5, obwohl man offensiv mit 83 Toren die stärkste Angriffsreihe stellt. Die fehlende Balance (63 Gegentore) verhindert eine bessere Platzierung.
Doch genau hier setzt die eigentliche Geschichte der Saison an, im Pokal. Im Finale des Kipelo Ellados schreibt Zakynthos Geschichte. Gegen OFI Kreta zeigt das Team Moral und Nervenstärke: Nach einem 2:2 in der regulären Spielzeit, konnte man sich im 11m Schiessen gegen OFI Kreta durchsetzen. Unter Trainer Mattao sichert sich der Verein damit den ersten großen Titel der Vereinsgeschichte. Dieser Triumph überstrahlt die Liga-Saison und könnte ein Wendepunkt für den Klub sein.
OFI Kreta selbst zeigt insgesamt eine solide Saison (Platz 6), bleibt aber im entscheidenden Moment ohne Titel. Besonders die deutliche Niederlage gegen Doxa Drama (3:7) am vorletzten Spieltag wirft Fragen zur defensiven Stabilität auf.
Ein besonderer Blick geht auf Panetolikos F.C., die eine der spektakulärsten Mannschaften der Liga stellen. Platz 8 wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, doch die Ergebnisse erzählen eine andere Geschichte: Ein 7:0 gegen AEK, ein 7:4 bei PAS Giannina, das ist Offensivfußball am Limit. Gleichzeitig kassiert man 74 Gegentore, was die fehlende Balance klar offenlegt.
Ähnlich interessant ist Doxa Drama auf Rang 7. Mit 57 Punkten spielt das Team eine starke und vor allem stabile Saison. Besonders auffällig ist die enorme Durchschlagskraft an guten Tagen, das 7:3 gegen OFI oder das 3:0 gegen Panathinaikos am letzten Spieltag zeigen das Potenzial. Doxa ist damit so etwas wie der „unangenehme Gegner“ der Liga: schwer auszurechnen, gefährlich gegen Topteams, aber nicht konstant genug für ganz oben.
Ganz anders stellt sich die Lage bei Aris Saloniki dar. Mit nur 20 Punkten gehört die Saison zu den schwächsten der gesamten Liga. 99 Gegentore sprechen eine klare Sprache, defensiv war das Team schlicht nicht konkurrenzfähig. Einzelne Achtungserfolge bleiben die Ausnahme, insgesamt fehlt es an Struktur, Qualität und Widerstandsfähigkeit. Hier ist im Sommer ein klarer Neustart nötig.
Noch enttäuschender verläuft die Spielzeit für Olympiakos Piräus. Als einer der traditionsreichsten Klubs endet man abgeschlagen auf dem letzten Platz. Nur 19 Punkte und 91 Gegentore sind ein desaströses Ergebnis. Besonders alarmierend: die Offensive bringt kaum Entlastung, während die Defensive regelmäßig auseinanderbricht. Die Niederlage gegen Panathinaikos und das insgesamt schwache Auftreten über die Saison hinweg zeigen, dass der Klub vor einem tiefgreifenden Umbruch steht.